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Stonehenge

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Keltische Kultstätte aus der Jungsteinzeit

Mythen und Legenden um Stonehenge

Druidische Feste

Liegt 3 km westlich von Amesbury. Von Salisbury fährt man mit dem Bus 3 vom Bahnhof oder vom Fremdenverkehrsbüro los. Abfahrt etwa jede Stunde. Man kann auch den Bus 208 bis Amesbury und dann weiter die Nr. 205 nehmen. Am Busbahnhof am beten die Broschüre Out and about Wilts&Dorset verlangen, die das ganze Busnetz verzeichnet. Sportlich Veranlagte, die sich nicht von 17 km Fahrt – so lang ist die einfache Strecke – abschrecken lassen, können in Salisbury auch ein Rad mieten.

Tagesausflug

Zu empfehlen ist z.B. folgender Tagesausflug: morgens nach Stonehenge, dann den Bus zurück bis nach Old Sarum – das ist das alte Salisbury, erst eine sächsische, dann eine normannische Siedlung. Geringer Eintritt, schöner Blick auf die Stadt. Wer sich den Eintritt ersparen will, verweilt auf dem äußeren Befestigungsring, wo auch noch das Fundament der Kathedrale zu sehen ist. Sehr beliebt zum Picknicken. Wer dann noch Lust verspürt, sich den englischen Minibussen anzuvertrauen, saust noch zu den Avebury Stone Circles, wo man – im Gegensatz zum Stonehenge – noch zwischen den Steinen, die das Dorf umzingeln, umherlaufen darf. Sie sind allgemein kleiner als dort und liegen weiter verstreut. Auf einem schönen Weg pilgert man um das Dorf herum, immer an den Steinen und zwischen Schafen entlang. Vegetarier und Freunde knackig-frischer Salate und hausgemachter Vollwertkuchen werden die Schafe in Ruhe lassen, aber am Imbiß am Ende des Pfades im Hof eines alten Gutshofes (mit Museum) Halt machen. Aufgepaßt: das Ganze ist je nach Wochentag wirklich eine Tagestour!

Eintritt sparen

Bei Stonehenge selbst wird man es kaum lohnenswert finden, den Haufen Volks um die Kultstätte zu folgen. Eine eindrucksvolle Ergänzung, die es gestattet, Stonehenge aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben, sind die gut ausgeschilderten Wege des National Trust. Auf diversen kleinen Spaziergängen läßt sich das Gelände, auf dem auch noch andere Sehenswürdigkeiten wie Grabhügel oder der ehemalige Prozessionsweg nach Stonehenge zu entdecken sind, erkunden und dabei, so man will, Stonehenge ganz umrunden. Am Stonehenge-Kiosk gibt´s für ein paar Pence das Faltblatt Archaeological Walks dazu.

Aus Megalithen, Menhiren und weiteren Anordnungen paralleler Steinreihen konstruiert, ist Stonehenge sehr viel mehr als ein einfacher Steinhaufen. Diese berühmten Megalithen gelten als wichtigstes vorgeschichtliche Bauwerk Englands. In der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung errichtet, stellte es vermutlich einen dem Sonnengott geweihten Tempel dar. Ein Block in der Mitte kennzeichnet den Punkt des Horizonts, wo die Sonne während der Sommerwende aufgeht, während kleinere Steine südöstlich und nordöstlich davon den Ort des Sonnenaufgangs zur Zeit der Winterwende anzeigen. Leider darf man sich nicht mehr den Steine nähern, sondern betrachtet sie aus einer Entfernung von etwa zwanzig Metern. Den Eintritt kann man sich auch sparen, da von der Straße aus hervorragend einsehbar.

Sonnwendfeier

Am 21. Juni, zur Sommersonnwende, finden in der Regel malerische Druidenzeremonien statt, bei denen komische, als Barden und Bannerträger verkleidete Personen mitwirken. Seit zwei bis drei Jahren indes geben die Zeremonien immer wieder Anlaß zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Vor einem Besuch sollte man also erstmal die aktuelle Lage in Erfahrung bringen. Kein Zweifel besteht derweil an folgender historischer Tatsache: es handelt sich nicht um eine originär druidische Kultstätte, zumal die drei Bauperioden zeitgeschichtlich lange vor den Kelten angesiedelt sind. Die bläulichen Steine wurden per Schiff über 250 Kilometer aus Wales herangeschafft und stammen aus einer mittleren Periode. Und der weite Ring von sechsundfünfzig Löchern von jeweils etwa einem Meter Tiefe? Die bargen einst Knochen, dienten aber obendrein der Voraussage von Sonnenfinsternissen.

Als die Steinblöcke in der Bronzezeit aufgerichtet wurden, besaßen sie eine polierte Oberfläche. Fremdenführer im 19. Jh. sind dafür verantwortlich, dass dies heute nicht mehr der Fall ist: sie liehen Touristen kleine Hämmerchen, damit sie ein Mitbringsel aus Stonehenge mit nach Hause nehmen konnten. Banausen, Asche über ihr Haupt! Da zahlreiche Steinblöcke versetzt wurden, können sich Archäologen heute nurmehr auf Hypothesen stützen.

Die leidenschaftliche Begeisterung für die Astronomie war vielen antiken Völkerschaften gemein und es gilt als gesicherte Erkenntnis, dass die Menschen von Stonehenge vor 3500 Jahren in Kontakt mit Völkern aus dem Baltikum und dem Mittelmeerraum standen.