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1993

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Postkoloniale Politik

Jugendkriminalität und Terrorismus

1993: Tankerunglück der Braer an der Südspitze der Shetlandinseln.
Henryk Góreckis (sprich: »goretzki«) Synfonie Nr. 3 stürmt die Pop-Hitparaden und wird Kultplatte des Jahres.

Wie andere ehemalige (?) Kolonialmächte stimmen die Briten zusammen mit Franzosen, Griechen, Spaniern und Portugiesen für Einfuhrbeschränkungen bei Bananen in der EU, um Territorien, Departements, assoziierte Gebiete, oder wie auch immer sie ihre Kolonien oder Exkolonien schönreden, auf Kosten aller zu finanzieren, denn sie werden immer teurer. Die deutschen Verbraucher berappen eine Milliarde mehr als vor der Regelung. Für die AKP-Staaten (Länder des afrikanischen, karibischen und pazifischen Raumes), meist einstige Kolonien vorgenannter Nationen, blecht Bonn 2,8 Milliarden DM, Gebiete, mit denen es nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, und die es besser in Polen, Ungarn oder die baltischen Staaten u.a. steckte. Deutsches Engagement dort paßt aber vor allem den Franzosen und Teilen der britischen Konservativen nicht, weil sie dort selbst gerne mehr präsent wären.

Gewalt unter Jugendlichen

Zwei Zehnjährige, Robert Thompson und John Venables, entführen den kleinen James Bulger aus einem Supermarkt, quälen ihn schrecklich und legen ihn auf Eisenbahngleise, wo er von einem Zug zerrissen wird. Es stellt sich heraus, dass der Vater einer der Jungen zu Hause ein Video hat, in dem genauso getötet wird, wie die Zehnjährigen getötet haben. Kein Einzelfall, wie viele glauben: 1968 strangulierte die elfjährige Mary Bell zwei Jungen im Alter von drei und vier Jahren. Erst kürzlich vermeldete die BZ wieder einen Mord an einem Elfjährigen, begangen von einem kaum älteren Täter. Insgesamt liegt die jährliche Mordrate an Teenagern in Großbritannien bei weit über zwanzig Fällen.

Eine Straßenbande Glasgower Jugendlicher hetzt einen Vierzehnjährigen unbemerkt vom Lokführer vor einen Zug. Die Bande bewirft die Leiche mit Schottersteinen.

Rassistisch motivierte Übergriffe häufen sich. Fachleute schätzen 27.000 Fälle in diesem Jahr. Es gibt zwölf Tote; 1992 waren es neun.

Blutiger Samstag in der Belfaster Shankill Road. Die IRA läßt eine Bombe in einem Fischladen hochgehen, angeblich weil eine Lagebesprechung von Protestanten im selben Gebäude stattfand. Eine nachträgliche Rechtfertigung. Wahr ist wohl, dass die Bombe vorzeitig losging, denn einer der Attentäter, Thomas Bugley, 23, wird auch getötet, während ein zweiter schwer verletzt wird.

Majors geheime Kontakte zur IRA werden bekannt, was Proteste bei den Unionisten auslöst.