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Sprachverwandtschaft

Body: 

Germanische Sprachen

Gemeinsamkeiten zwischen Deutsch und Englisch

Sprachgeschichtliche Wurzeln

Seit rund tausend Jahren versuchen die Briten nun Deutsch zu lernen. Noch ist es ihnen nicht gelungen. Kommt von der verdammten Lispelei!
Flachsereien beiseite: beide Sprachen sind als germanische Sprachen näher verwandt als es den Anschein hat. Zwar wird jeder in »room« Raum, in »cow« Kuh und vielleicht noch in »little« und »bottle« das Norddeutsche lütt und Buddel erkennen, aber nicht mehr in »clean« klein, in »grain« Grannen, in »window« Windauge, in »ask« heischen, in »answer« (ent-gegen-)schwören, in »went« (to go) wenden, in »read« raten, in »write« ritzen, »walk« walken – die Verwandtschaft liegt in der Bewegung – in »stud« Stute oder in »town« Zaun (Niederländisch »tuin«, was dort Garten bedeutet), was aber wieder keltischen Ursprungs ist, oder in »silly« selig, obwohl ja vielleicht auch inhaltlich verdammt verwandt. Gut gereimt? So z.B., wenn wir an die verzückten Korkenzieherheiligen El Grecos denken.
Das deutsche doof ist das englische »deaf« und bedeutet taub, dumm ist »dumb«, erinnert auch ans ältere deutsche »tumb« und bedeutet stumm (deaf and dumb, niederl. doofdom = taubstumm) usw. Will der Engländer sagen, jemand sei doof, muß er »daft« sagen.
Der »marshall« ist zwar nicht unserem Marschall ebenbürtig, aber beide entstammen ursprünglich dem Pferdestall (mare-scalk, Mähren-Schalk = Pferdeknecht). Dieser, der Knecht, hat sich im Englischen zum Ritter aufgeschwungen (knight), im Mittelenglischen auch noch »knicht« gesprochen, ähnlich wie in Schottland »night« heute noch »nicht« lautet. Im militärischen Sprachgebrauch ist bei uns das Vergattern übriggeblieben, im Englischen »to gather«.
Es verhält sich nicht so, dass eine Sprache von der anderen abstammt, sondern dass beide gemeinsamen Wurzeln entspringen und ihr Wortschatz im Laufe der Zeit Bedeutungswandlungen unterlag. Grad so, wie der Mensch ja auch nicht vom Affen abstammt, sondern beide gemeinsame Vorfahren haben. Dialekte spielen in Großbritannien bis heute eine große Rolle, wenn auch das, was man heute als accents bezeichnet, eher Industriedialekte sind, also wie z.B. dieses Gemisch in unserem Ruhrpott, das kein bodenständiger, einheitlicher und gewachsener Dialekt ist, zwar westfälische und fränkische Wurzeln hat, sich aber in heutiger Form aus dem Zuzug von Menschen aus allen möglichen Regionen gebildet hat. Aufgrund häufiger Wikingerüberfälle an der Westküste haben sich teils ältere Formen der Aussprache oder des Vokabulars überhaupt erhalten, so sprechen Schotten noch »night«, »nicht« aus, »daughter« wird »dochter«, die Kirche ist »kerk« usw. In Teilen Lancashires und Yorks existiert noch das alte persönliche Fürwort für die zweite Person (thou = du, gesprochen mit »au« oder mit »u«; »you« ist eigentlich »ihr«, also zweite Person Plural nicht Singular, wie viele meinen). Letztlich zeugen auch die vielen hellhäutigen, sommersprossigen Rotschöpfe der Westküste davon, dass ihnen die dortigen Mädels nicht abhold waren. Ach, ja ...