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New Labour

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Die neue Linke

Wechsel der Regierung – gleicher politischer Kurs

Tony Blair wird Premierminister

Doch nicht nur Charles verhalf das Ereignis zu größerer Popularität. Ebenso profitierte der im Mai zuvor gewählte neue Premierminister Tony Blair von der Massenhysterie nach dem Unfall, indem er eine emotionale Gedenkrede auf die People´s Princess hielt und im Gegensatz zur Monarchie nicht mit Tränen geizte. Der 2006 erschienene Film The Queen behandelt dieses Thema recht anschaulich.

Nach 18 Jahren Tory-Regierung schien Blairs Erdrutschsieg eine Kehrtwende in der britischen Politik zu bedeuten. Diese war durch mehrere Umstände bedingt, deren wichtigste wohl zum einen der Zusammenbruch der scheinbar so florierenden Wirtschaft aus der Thatcher-Zeit war, zum anderen aber auch der frische Wind, der durch die Labour-Party selbst wehte. Der von Männern wie Blair und Gordon Brown eingeschlagene Weg ist unter dem Namen New Labour bekannt geworden.

Die Modernisierung der Partei bedeutete im Endeffekt einen ordentlichen Ruck in die konservative Richtung. Die Ausgabepläne der alten Regierung wurden weitgehend beibehalten, die Einkommenssteuer nicht erhöht, Privatisierung von staatlichen Unternehmen weiter vorangetrieben. Die Reform des Schulwesens förderte vieles – Frustration von Lehrern und Eltern zum Beispiel – doch kaum die Bildungsstandards. Zumindest schaffte es Blair, 1999 einen Mindestlohn gesetzlich zu verankern.

Ein weiterer Erfolg der Labour-Regierung jedenfalls war die Einrichtung eigener Parlamente in Schottland und Wales 1999, die in bestimmten Bereichen auch tatsächlich unabhängige Befugnisse haben. Auch für Nordirland wurde eine solche Assembly gegründet, mußte aber kurz darauf schon wieder eingestellt und das Land komplett unter Führung Londons gestellt werden.