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Wandern

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Dem schwitzigen Stadtflair entschwinden

Bergluft samt Quellwasser bieten Erfrischung

Aussichten wollen genoßen zu werden

Die Stadt Coro bietet sich nicht nur für einen Ausflug zur Halbinsel Paraguaná an, sondern auch für Unternehmungen südlich davon. Dornenvegetation, sobald man die Berge hinter sich gelassen hat. Nur wenige Kilometer südlich von Coro gelangen wir zum Stausee Embalse de Isiro, der die Stadt Coro sowie die Halbinsel Paraguaná mit Trinkwasser versorgt. Der große Stausee dürfte Interesse bei Wassersportlern und Anglern wecken. Nach dem Stausee verläuft die Straße über La Negrita und Chapa nach Uria und zur Höhle Cueva Coy Coy. Auf dem weiteren Weg nach Curimagua Erfrischungsgelegenheit am kleinen Wasserfall Chorro El Acortadero. Auch das Bergnest Curimaguas, in einem fruchtbaren Bergtal, hat eine Höhle (Cueva del Carmen). Westlich führt eine Straße nach La Tabla. Von dort aus schließt sich eine enge, 7 km lange Piste hinauf zum Parador Turístico an. Von diesem luftigen Punkt bei klarer Sicht Ausblick über Coro bis zur Halbinsel Paraguaná. Südlich des Nestes Curimagua, auf dem Weg nach San Luis, die Höhle von Acarite, ein riesiger ausgehöhlter Kalksteinfelsen, durch den ein Bach mit kristallklarem Wasser fließt. Unweit davon strebt die Sierra San Luis auf.

Das gleichnamige Dorf zählt 6.500 Einwohner und liegt 600 m über dem Meeresspiegel. Erreichen läßt es sich von Coro bequem in neunzig Minuten. Die Bewohner sind Bauern und leben vom Zuckerrohranbau. Hier bieten die Höhle Cueva de Peregüey sowie die Grotte der Jungfrau von Lourdes am 11. und 12. Oktober feierlichen Anlaß zu Prozessionen. Die Heiligenfigur wird im nahegelegenen Dorf Saragoza abgeholt und einen Tag später wieder zurückgebracht. Südlich von San Luis, an der Weggabelung »La Cruz de Taratara«, eine Abzweigung nach Westen zu den Thermalquellen im Dörfchen Pecaya. Halten wir uns dagegen südlich, so kommt bald das wesentlich kühlere, 15.000 Einwohner zählende Dorf Churuguara auf 935 m. Dort gedeiht bereits Kaffee. Wenig bekannt sind die hier sowie im Nachbardorf Mapararí praktizierten indianischen Turatänze, die Dorfbewohner in der Nacht vom 23. auf den 24. September veranstalten und eine Art Erntedankfest darstellen.

Nördlich des Dorfes die Höhle Cueva de Tatarí. Den 850 km2 großen Nationalpark Parque National Cueva de la Quebrada de El Toro erreichen wir, indem wir von Churuguara Richtung Osten durch das Dorf Mapararí kurven, uns links halten und an der Ortschaft Santa Cruz de Bucaral vorbei bis La Taza fahren. In der zwei Kilometer langen Höhle lebt der Guácharovogel. Auf der Größenskala aller venezolanischen Höhlen besetzt sie den zehnten Rang, ist allerdings jene mit dem größten Wassernetz, das sogar zwei kleine Stauseen einschließt. In La Taza unterhält die Naturparkbehörde INPARQUES ein Auskunftsbüro. Die Angestellten sind bei Höhlenexkursionen behilflich. Gleich neben dem Büro das winzige Höhlenforschungsmuseum. Folgt man der Straße von La Taza in Richtung Osten und nimmt die Abzweigung nach Süden, so erreicht man die Termalquellen in Tapatapa.

Die knapp 250 km lange Strecke von Coro nach Maracaibo verläuft parallel zur Küste und ist außerordentlich eintönig. Kakteen- und Dornbuschvegetation ist unser ständiger Begleiter, bis kurz vor Maracaibo die Flora wechselt. Die Straße ist abschnittsweise in einem schlechten Zustand, deshalb dreieinhalb Stunden Fahrzeit einkalkulieren. Die aus wenigen Lehmhütten bestehenden Siedlungen am Straßenrand zeichnen das Bild äußerster Armut. Die Menschen leben von der Ziegenzucht und bieten Produkte wie Ziegenmilch und Ziegenhäute am Straßenrand an. Manche verkaufen außerdem Ziegenfleisch oder Käse, seltener Vogelkäfige und Hängematten. Die Reicheren unter den Armen verputzen ihre Lehmhütten und streichen sie sogar weiß an. Die Erdölpipeline, die ein Teil des Erdöls vom Maracaibosee zur Raffinerie nach Punto Fijo befördert, folgt der Straße und wird auf halbem Weg bei Dabajuro unterbrochen, wo eine klotzige Pumpstation steht.