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Gran Sabana

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Gran Sabana

Keine Ortsnamen – nur Kilometerangaben

Riesiger Jaspis in Quebrada de Jaspe

Die Gran Sabana ist fast gleichzusetzen mit dem Canaima- Nationalpark, der von Kilometer 88 und bis zur Quebrada de Jaspe im Südosten und zum Río Caroní im Westen reicht. Die Gran Sabana schließt darüber hinaus die südliche Zone bis zur brasilianischen Grenze mit ein. Tropischer Regenwald im Westteil wird von einer Savannenlandschaft im Osten abgelöst.

Kilometer 88 (San Isidro)

Das kleine, laute Örtchen San Isidro nennen die Busgesellschaften auch Kilometer 88. Hier dreht sich alles ums Gold. Die Lebensmittelpreise liegen allerdings wesentlich niedriger als in den vorgenannten Siedlungen. Bei Kilometer 88 ändert sich die Vegetation schlagartig, denn nicht fern von hier beginnen die Hochebenen der Gran Sabana mit ihren vielen Wasserfällen und Tafelbergen.

Kilometer 100

Beim Kilometer 100 ragt ein hoher, steiler und schwarzer Felsen aus dem Regenwald empor: der Jungfrauenfelsen (Piedra de la Virgen), der zur 1500 m hohen Bergkette »Sierra de Lema« gehört, die auch Sierra Azul genannt wird. Diesen Felsen erkletterten die Indianer einst mit aus Lianen geflochtenen Leitern, woraufhin die Spanier die Umgebung La Escalera nannten. Atemberaubender Ausblick auf die tiefer liegende Dschungellandschaft.

Kilometer 122

Ein schmaler Trampelpfad weist den Weg von der Hauptstraße, bei Kilometer122 zum knapp 40m hohen Wasserfall Salto del Danto (Tapir-Fall).

Kilometer 147

Kurz nach Kilometer 147 biegt eine Straße in Richtung Kavanayén ab. Nach 25 km eine neuerliche Abzweigung, die nach weiteren 17 km zum 75 m hohen Wasserfall Torón-Merú führt. Wenn die Sonnenstrahlen nachmittags das kristallklare Wasser glitzern lassen, liefert er die lohnendsten Fotomotive.

Fährt man an der Abzweigung noch ungefähr 8 km weiter, so gelangt man zum Río Parupa; diesen überqueren, um zum am Río Apanguao liegenden Indianerdorf Iboribo zu gelangen. Von dort aus erreicht man nach dreißigminütigem Fußmarsch den Wasserfall Chinak-Merú, auch Salto Aponwao genannt, mit gewaltigen Wassermassen und einem freien Fall aus rund 100 m Höhe. Die schönsten Fotos erhält man morgens, wenn die Sonne ihn anstrahlt.

Die 1942 gegründete Missionsstation Kavanayén, 1.350 m über dem Meeresspiegel, ist von dort noch ca. 35 km entfernt. Katholische Missionare betreiben hier eine Krankenstation und unterrichten Indianerkinder in ihrer Schule. Während die Temperaturen in der Regenzeit am Tage auf über 20 C klettern, sinken sie in der Trockenzeit nachts auf 5 C ab. Ab hier ist die Straße in einem erbärmlichen und nach weiteren 25 km, die in zwei Stunden zu bewältigen sind, bricht sie abrupt ab.

Am Río Karuai wandert man in knapp zehn Minuten flußaufwärts zum Wasserfall Salto Karuai. In dem Becken mit aus 30 m Höhe herabfallenden Wassermassen ruhig ein Bad nehmen und den Anblick mehrerer Tafelberge genießen, die im Hintergrund emporragen.

Kilometer 171 (Kamoirán)

Bei Kilometer 171 die Indianersiedlung Kamoirán mit Rundhütten der Pemónindianer. Die Wände bestehen aus Lehm, die Dächer aus Palmblättern. Wenige Meter entfernt die Stromschnellen »Rápidos de Kamoirán«.

Kilometer 210

Weiter südlich, bei Kilometer 210, weist ein Schild an der Hauptstraße auf den nur 200 m entfernten Zwillingswasserfall Kamá-Merú hin, der ca. 50 m in die Tiefe stürzt; mit Restaurant, wo man preiswert speisen kann. Auf der anderen Straßenseite eine winzige Hüttenansammlung, die vor den majestätischen Tafelbergen ein herrliches Fotomotiv abgibt.

Kilometer 248

Bescheidenere Wasserfälle in der Nähe von Kilometer 248, bei der Siedlung Quebrada Pacheco mit einem akzeptablen Restaurant und einigen wenigen Hütten. Übernachten in einer der Indianerunterkünfte schlägt mit 15 US-$zu Buche.

Kilometer 258

Bei Kilometer 258 passiert man die Brücke über den Río Yuruaní. Nur wenige Meter hinter der Brücke führt ein schmaler Pfad zum Flußufer hinab, das wir etwa zehn Minuten entlanglaufen, um dann eine ganze Kette von Wasserfällen vor uns zu haben.

Kilometer 262 (San Francisco de Yuruaní)

Ein größerer Flecken ist San Francisco de Yuruaní bei Kilometer 262, wo der Bus wieder hält. Am Straßenrand stehen die mehr touristischen Zwecken dienenden indianischen Rundbauten. Weiter westwärts bestehen die Häuser bereits aus Stein. Restaurants und Andenkenläden sind vorhanden. Auf einer grünen Wiese kann man den »zivilisierten« Pemónindianern beim Fußballspielen zuschauen. Eine Holperpiste weist den Weg zum Indianerdorf Paraitepuy de Roraima, wo die mehrtägigen Wanderungen zum Tafelberg ihren Anfang nehmen.

Kilometer 288 (Quebrada de Jaspe)

Beim Kilometer 288 ein riesiger Halbedelstein, auf den das Wasser des Río Arabopo hinabstürzt. Das Schild an der Hauptstraße weist auf die Quebrada de Jaspe hin. Ein staubiger Weg führt auf einen Hügel mit einer kleinen Hüttenansammlung der Pemónindianer, unmittelbar neben einem Parkplatz. Von dort den Hügel auf der anderen Seite hinabsteigen und einem Trampelpfad durch das grüne Dickicht folgen, bis uns die rote Farbe des Halbedelsteins Jaspis entgegenleuchtet. Der mehrere hundert Meter lange Abschnitt im Flußbett ist bis auf einige Rillen weitgehend glatt: in den sechziger Jahren trug man hier den für den Export bestimmten Jaspis maschinell ab. Je nach Tageszeit und Winkel der Sonneneinstrahlung glänzt er zwischen gelb und dunkelrot. Wer mit dem Bus anreist, kommt morgens her und fährt abends wieder ab. Genügend Proviant und Insektenschutzmittel mitführen. Der Wasserfall ist unbewacht, und so erliegen einheimische und ausländische Besucher immer wieder der Verlockung, ein Stück herauszubrechen. Wer an einer der Militärposten auf dem Weg nach Ciudad Guayana bei einer der scharfen Gepäckkontrollen damit erwischt wird, kann festgenommen werden und im ungünstigsten Fall darauf hoffen, dass ihn der Botschafter in Caracas gegen Entrichtung einer erklecklichen Summe wieder aus dem Gefängnis herausholt.