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Per Schiff

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Schiffsreisen

Um die Küsten der Seefahrernation

Der Weg übers Wasser

Bis ins 17. Jahrhundert hinein gab es in Norwegen nur eine einzige Straße über Land, den Vorläufer der E6 sozusagen. Jeder andere Transport wurde entlang der Küste per Boot erledigt. Auf dem Wasser ist man während einer Norwegentour immer noch häufig unterwegs, besonders per Fähre auf den Fjorden. Die reißen allerdings ein ordentliches Loch in den Geldbeutel, vor allem bei Mitnahme des eigenen fahrbaren Untersatzes. Selbstverständlich darf man während der Fahrt eine atemberaubende Aussicht auf die Fjorde genießen – gratis! Die Verladung klappt meist wie am Schnürchen. An den wichtigsten Punkten pendeln die Fähren von früh morgens bis spät abends. Nach untergeordneten Straßen sollte man besser nicht mit einer Fähre rechnen. Sicher, oftmals existiert sogar eine ... die dann alle drei Tage mal übersetzt. Fahrpläne und ähnlich Hilfreiches zum Thema Fähren (norw. ferger, ferjer) finden Planungsbegierige auf der privaten Homepage www.reuber-norwegen.de zusammengetragen.

Für Einzelpersonen erweisen sich Fähren als relativ preisgünstig. Autofahrern wird allerdings nichts geschenkt, was wir nur gerecht finden. Summa summarum kommt die Angelegenheit ziemlich teuer. Bei der Fähre zwischen Kåfjord und Honningsvåg kurz vor dem Nordkap muß man sich obendrein auf lange Wartezeiten einstellen.


»Hurtigruten« und andere Fährverbindungen

Die berühmtesten Postschiffe der Welt

Zwischen Bergen und Kirkenes (Norwegisch-Lappland), immer hübsch die Küste entlang, verkehrt täglich die Hurtigrute, deren elf Postschiffe (zumindest waren sie das mal) in allen Häfen anlegen. Drei davon bieten Platz für je vierzig Pkws. Das Gerangel um diese Plätze kann man sich vorstellen! Also lange vorher buchen. Auf sämtlichen Booten werden Motorräder transportiert, allerdings nur in begrenzter Anzahl.

Abgesehen von den Postschiffen betreibt die Hurtigruten Group ASA auch Fähren, Schnellboote und Buslinien zwischen norwegischen Küstenstädtchen. Details zu den Verbindungen auf www.hurtigruten.no.

Über die deutsche Seite www.hurtigruten.de lassen sich nur die Kreuzfahrtstrecken buchen, d.h. ab Bergen oder Trondheim nach Kirkenes und zurück, Reisedauer mindestens 8 Tage. Seit 2007 können deutsche Reisebüros auch Teilstücke der Hurtigrute anbieten. In Norwegen selbst findet man einige Angebote mehr, kann auch mal direkt am Schiff ein Fahrtstückchen erkaufen, Rabatte kassieren und ist insgesamt sehr viel flexibler. Allerdings: wenn das Boot voll ist, ist man umsonst zum Hafen gefahren ... Auf der norwegischen Homepage auch Online-Booking-Möglichkeiten z.B. für einzelne Fährpassagen auf der Strecke.

Für die Fahrt in den hohen Norden sollte man ungefähr eine Woche einplanen. Für die Rückfahrt vom Nordkap bietet sich die Hurtigrute geradezu an; allerdings belastet das unsere Reisekasse in einem bedenklichen Ausmaß. Die Boote gehen eine bis drei Stunden lang in jedem Hafen vor Anker; Zeit genug, um Einkäufe zu tätigen und sich ein wenig umzutun. Selbstverständlich verkehren auch Schiffe, die kürzere Pausen einlegen.

In Nordnorwegen, wo keine Züge mehr verkehren, erweist sich die Hurtigrute als sehr nützlich. Übrigens: sie bleibt das ganze Jahr über in Betrieb, und in der Zeit von September-Ende April kommt man in den Genuß erheblicher Preisermäßigungen (bis zu 60%!). Auf den Schiffen speist man übrigens nicht schlecht, was besonders fürs Frühstück gilt: die Gerichte sind einigermaßen erschwinglich – verglichen mit den Fantasiepreisen an Land. Für Studenten und Schüler 50 % Ermäßigung auf den Fahrpreis (mindestens 230 NoK), man muß allerdings einen international anerkannten Nachweis dabei haben!

Nicht Komfortverwöhnte, die sich keine Kabine leisten wollen, haben Gelegenheit, auf den Bänken des kleinen Aufenthaltsraumes zu nächtigen. Heiß duschen, teilweise gegen Gebühr, darf man auch: man erhält zu diesem Zweck Zugang zu den Kabinen.

Zwischen Stavanger und Bergen verkehrt ein Schnellboot der Flaggruten, auf dem man Interrail-Reisenden und Inhabern des ScanRail-Passes eine Ermäßigung von fünfzig Prozent einräumt. Überlegenswert angesichts der Tatsache, dass man mit dem Zug gezwungenermaßen über Oslo zurückfahren müßte.

»Interrail plus Meer« ist für Norwegen weniger interessant, da die ermäßigten Bootsstrecken nicht sonderlich häufig sind. Reist man über Dänemark und hat Tickets für beide Länder, reicht die einfache Interrail-Karte aus, da der Zug auf die Fähre verladen wird.

Wer von Haus aus Salzwasser in den Adern hat, findet in Norwegen tausend Möglichkeiten, sich privat ein Boot zu mieten.

Hinweise zu Fährverbindungen ins Ausland im Kapitel „Anreise“.