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Manhattan

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Lower Manhattan und Finanzviertel

Kunst der Wirtschaft

Hier findet man doch tatsächlich noch die eine oder andere zarte Spur, welche in die ersten Tage New Yorks weist und noch nicht von der alles erdrückenden Gigantomanie verdrängt wurde. Der kleine Friedhof der Trinity Church am Broadway hat z.B. noch richtig ländlichen Charakter. Viele Menschen ziehen sich hierher zurück, um ein wenig Schatten oder Frieden zu finden. Das älteste Grab datiert aus dem Jahre 1681. Robert Fulton, Erfinders des Dampfschiffes, fand hier seine ewige Ruhe. Weiter unten, an der Kreuzung der Pearl Street mit der Broad Street, wird man des Fraunces Tavern gewahr, einem Steinhaus mit Schieferdach von Anno 1737, das zu seiner eigenen Überraschung alle Umwälzungen unversehrt überstand. Im Innern ein bescheidenes Museum. Freier Eintritt; geöffnet von 10-16h.

Wall Street

Die Wall Street ist Sitz der mächtigsten Banken der Welt. Unweit von hier befindet sich auch die New York Stock Exchange (Börse), 20 Broad Street. Vor 12, besser schon vor 11h, erscheinen, um eine Karte zu ergattern. Wer sicher gehen will, ordert seine Eintrittskarte zwei Tage im voraus. Einlaß montags bis freitags von 10-16h. Anstehen muß man an der 20 Broad Street, von wo aus man in Zwanzigergruppen zum Fahrstuhl geleitet wird. In der dritten Etage angekommen, müssen Handtaschen und Fotoapparate an der Garderobe abgeben werden, und die Besichtigung kann endlich beginnen. Man erlebt die Börse mitten im Tagesgeschäft. Selbstredend gibt es eine Ausstellung über die Geschichte des Kapitalismus, in deren Verlauf man Besuchern natürlich nahegelegt, ihr Geld in Aktien anzulegen. Kommentare auf Tonband, auch auf Deutsch; funktioniert leider nicht immer. Also nicht zögern, sobald man die Garderobe hinter sich gebracht hat, nach einem deutschen Text zu fragen, der die einzelnen Vorgänge und deren Sinn erklärt. Ansonsten bleibt einem verborgen, was in der »Main Hall« getrieben wird. Vor der Fassade steht noch immer der Baum, unter dem einst die Börsengeschäfte ihren Anfang nahmen; in seinem Schatten handelten die Börsenmakler einst ihre ersten Aktien.

Am schönsten stellt sich das Finanzviertel gegen 16h dar, kurz nach Büroschluß; wenn die Straßen am belebtesten sind und man besser versteht, warum man es auch den »Mittelpunkt des Kommerzes« nennt.

Der 19. Oktober 1987 wird als »schwarzer Montag« in die Geschichte eingehen, denn da erlebte Wallstreet den schlimmsten Börsensturz seit jenem schwarzen Donnerstag 1929. Allein neue marktstabilisierende Schutzmechanismen verhinderten einen ähnlichen Zusammenbruch, wie er damals stattfand.

Der Niederländer Peter Stuyvesant drehte sich übrigens hier nach seiner Ankunft in New York seine erste Zigarette ...

Battery Park liegt am äußersten Ende von Manhattan: vor der Freiheitsstatue und deren Windschatten.

Die Rendezvous-Szenen des Films »Susan, verzweifelt gesucht« wurden dort gedreht.

Nicht versehentlich am 1911 im neugotischen Stil erbauten Woolworth Building (233 Broadway) vorbeilaufen! Wäre schade, den unwirklich anmutenden Bau mit seiner schloßartigen Eingangshalle, überladen mit Blattgoldverzierungen, mit seinen Gewölben im byzantinischen Stil und den Fahrstühlen in Rokoko-Gotik zu übersehen. Das winzige Museum im Erdgeschoß zeigt, wie es 1911 möglich war, ein solches Projekt zu verwirklichen. Unglaublich!