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Bars

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Bars und Kneipen

Wo gibt´s eine gute »Caipirinha«?

In der Cantina da Lua beispielsweise, einer über die Grenzen Bahias hinaus bekannten Kultkneipe am Terreiro de Jesús. Der Treffpunkt von Musikern, Intellektuellen und skurilen Gestalten aller Couleur; in dem bunten Mikrokosmos finden sich auch Gäste, die alle drei Eigenschaften in sich vereinen. Große, belebte Terrasse: Piranhas – so nennt man hier die jungen Prostituierten – lauern auf dollarschwere Gringos, herausgeputzte Gigolos ziehen vorüber (Caçadores de mulheres), die weißen Touristinnen schwarzen Sex anpreisen, Straßenhändler haben ihre Hängematten aufgespannt und dazwischen praktizieren junge Burschen die Capoeira. Salvador wie es leibt (oder besser leidet?) und lebt! Im ersten Stock sorgen einfache Gerichte zu erfreulichen Preisen fürs Wohlergehen. Abends treten Musikgruppen auf. All das wirkt zusammen und gestaltet die Einkehr bei Clarindo Silva äußerst reizvoll. So heißt nämlich der engagierte Inhaber der Cantina da Lua, der sich im Nebenberuf für den Erhalt der Altstadt einsetzt, schon einmal für den Stadtrat kandidierte, eine freiwillige Feuerwehr aufgestellt hat – immer mehr Barockpaläste fallen Brandstiftungen zum Opfer; Täter sind nicht selten die Hausbesitzer selbst, die Platz für lukrative Parkplätze schaffen möchten – und ein Fest für Straßenkinder organisiert hat. Mischen wir uns also unter jene Leute, die Salvador seine unverwechselbare Persönlichkeit verleihen!

Bar und Restaurante Preto Velho: ganz am Anfang der Rua Gregorio de Matos, auf der Seite des Largo do Pelourinho. Die Wände sind mit mehr oder weniger geschmackvollen naiven Malereien überzogen, und der Inhaber gilt als ortsbekanntes Original. Nur begrenzte Auswahl an bahianesischen Gerichten, doch lockt das Lokal seine Klientel sowieso eher wegen der bombigen Stimmung an manchen Wochenendabenden an.

In der Rua Alfredo de Brito finden sich ein paar einladende Cafés, wie etwa die Ibiza Bar in Haus Nr. 11. Nur abends geöffnet. In einigen Bars verkehren Transvestiten, was der Atmosphäre etwas Unkonventionelles verleiht. Klar muß sein, dass, wer sich in dieser Gegend abends als »Tourist« aufführt, Gefahr läuft, ein Opfer krimineller Gewalt zu werden.

Terreiro´s Bar: ebenfalls am Terreiro de Jesús, der Cantina de Lua gegenüber. Kleine, anspruchslose Kneipe, in der montag- und freitagabends sowie samstagnachmittags Volksliedsänger auftreten. Alles in allem ganz nett.

Bar Araketu: auf der Praça da Sé, im ersten Stockwerk. Eingang in der Rua 13 de Maio 2. Sympathische Kneipe, wo abends eine Musikgruppe hauptsächlich vor Angehörigen der einheimischen Mittelklasse auftritt.

Wohin zum Musikhören?

Salvador ist mit einem regen Musik- und Kulturleben gesegnet. Es vergeht keine Woche, ohne dass ein wichtiges Konzert, ein Festival oder eine Volksversammlung veranstaltet wird. Meist wird für diese Veranstaltungen mit Spruchbändern über den Straßen oder in der Presse geworben. Man sollte aber nicht zögern, Einheimische nach den aktuellen Programmen zu fragen.

Von Zeit zu Zeit treffen sich junge Musiker samstagsabends in der Oberstadt auf dem Largo de Santo Antônio.

Adlibitum: Rua Joao Gomes 88. Im Viertel Rio Vermelho, also weitab der Innenstadt. Jeden Abend Gruppen ab etwa 24 Uhr. Montags geschlossen. Der Eintritt ist ein wenig hochgegriffen, doch die Darbietungen zeugen von Qualität. Das Publikum erscheint eine Idee (zu?) intellektuell. Kleine Terrasse.

Teatro Maria Bethania: Praça Colombo 4 (Rio Vermelho). Tel. 247-64-19. Hier treten die brasilianischen Musikgrößen auf. Termine in der Presse.

Teatro Castro Alves: auf dem Campo Grande. Noch riesiger als das Teatro Maria Bethania. Tel. 235-76-16.

Folkloristische Darbietungen

Senac: Largo do Pelourinho 19. Tel. 321-55-02. Darbietungen von Capoeira, Maculêlê, Samba, usw. Verschafft einen Einblick in die Vielfalt der Folklore. Von montags bis samstags um 20 Uhr (s. auch Kapitel »Sich stärken«).

Tenda dos Milagres: Av. Amaralina 953 (Amaralina). Tel. 248-60-58. Sambavorführungen und -wettbewerbe; täglich ab 22 Uhr. Ein besonderes Arrangement beinhaltet sowohl die Show als auch das Abendessen.

Ondina: Teatro de Arena; unweit des Zoos in Ondina. Vorstellung um 21.30 Uhr. Montags geschlossen. Darbietung der bahianesischen Kultur in all ihren Fazetten; besser als im Senac. Von der Stadtmitte aus in zwanzig Busminuten bis nach Ondina; zum Theater geht´s per Taxi weiter. Die Taxifahrer verlangen nach Veranstaltungsschluß gepfefferte Preise für den Rücktransport in Richtung Meer. Also zäh handeln!

Schicker

Solar do Unhao: Av. do Contorno. Restaurant mit künstlerischen Darbietungen, in einem ehemaligen Sklavenhaus am Meer eingerichtet. Berechnet saftige Preise und leistet sich dafür auch noch ein mieses Essen. Schade, denn die Vorstellung (um 21 Uhr) gefällt uns.