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Als Anhalter

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Problemloses Reisen als Anhalter

Mit Höflichkeit nahezu kostenlos Reisen

Verhältnismäßig einfach, und das aus zwei Gründen: einmal die Freundlichkeit der Italiener, und dann die das ganze Land umspannenden, munteres Kilometerfressen ermöglichenden Autobahnen. Wer erinnert sich an die Szene aus dem Streifen »Man spricht deutsch«? Zwei Berliner Bleichbäuche, Prototypen des deutschen Urlaubsspießertums, unterhalten sich am Strand: »Autobahnen bauen können sie ja schon, diese Italiener«. »Das schon, aber mit unserem Geld« (Gelächter).

Attenzione: an der Autobahn selbst zu trampen, kann einen saftigen Strafzettel nach sich ziehen. Am besten an Autobahnraststätten die Fahrer direkt ansprechen und um ein Passagio bitten; solche Unbefangenheit wird oft belohnt. Also: Dove andate (wohin fahren Sie)? oder Andate in direzione de ... (fahren Sie in Richtung ...)? Und nie ein »bitte« bzw. ein »danke« (per favore oder prego bzw. grazie) vergessen. Die zweite Frage hat übrigens den Vorteil, langatmige Erklärungen zu vermeiden, die man ja meist doch nicht versteht und läßt dem Fahrer auch die Möglichkeit, ohne Probleme nein zu sagen. Es ist sicherlich angenehmer, bei jemandem zuzusteigen, der einen auch wirklich mitnehmen will, als bei jemandem, der sich überrumpelt fühlt.

Auch an die Mautstellen an den Ausfahrten der Autobahnen denken – niemand wird seinen Mitfahrer auf freier Strecke aussetzen. Wenn es gar nicht anders geht, steige man an kleineren Mautstellen aus. Aber es empfiehlt sich nicht, unmittelbar am Kassenhäuschen weiterzustoppen.

Wer einmal feststellt, dass der Fahrer an einer Gabelung eine andere Richtung als die gewünschte einschlägt, lasse sich nicht auf der Stelle absetzen, sondern warte lieber die nächste Tankstelle ab, wo man eher mitgenommen wird. Das macht vielleicht ein paar Kilometer mehr aus, bringt dafür aber viel gewonnene Zeit.

Vorsicht bei Großstädten auch bei den berüchtigten Umfahrungen: einmal hineingeraten, ist fast kein Entwischen, besonders wenn sie mit einem Stück Autobahn zusammenlaufen und der ganze Stadtverkehr sich dort durchwälzt wie in z.B. Bologna.

Auf sein Schild schreibe man am besten nicht die vollen Städtenamen, sondern die geläufigen Abkürzungen wie auf den Nummernschildern, z.B. LI für Livorno, PI für Pisa, SI für Siena, VR für Verona usw. Für die großen Städte sind neue Kürzel eingeführt worden, und zwar der Anfangsbuchstabe plus eine Zahl, z.B. Bologna = B0 bis B2, Florenz = F1 bis F3, Mailand = M1 bis M8, Neapel = N1 bis N4, Rom = R2 bis R8, Turin = T0 bis T5, Venedig = V2 und V3, usw.

Trampende Frauen werden recht rasch merken, dass die Italiener ihrem Ruf als Casanovas weiterhin alle Ehre machen ...

Und schließlich nicht zu vergessen: Trampen am Sonntag ist kein Honigschlecken. Die Mamma und die ganze Sippe im schier auseinanderbrechenden Fiat zusammengepfercht: das gehört zum sonntäglichen Straßenbild.