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Zu Fuß und Umgebung

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Zu Fuß und Umgebung

Einige Streifzüge zu Fuß

Wir unternehmen erst gar nicht den Versuch, alle malerischen Winkel, hübschen Kirchlein, Stadttore und mittelalterlichen Wohnhäuser aufzulisten. Praktisch an jeder Straßenecke wird man über etwas Sehenswertes stolpern. Perugia ist eine Stadt, deren Sehenswürdigkeiten man nur zu Fuß gerecht werden kann. Hier einige Anlaufstellen:

Schlendern wir den Corso Vannucci hinauf, die Passeggiata der Einheimischen, bevor wir uns in einer der verwunschenen Gassen mit Treppen und Arkaden verlieren, die von der breiten Straße abzweigen. Von den Carducci-Gärten lassen sich die amberschimmernden Sonnenuntergänge Umbriens auskosten.

Vom Palazzo dei Priori aus geht´s durch eine Passage die mittelalterliche Via dei Priori hinab. Einen Gruß an die Torre degli Sciri aus dem 13. Jh., den letzten von über siebzig Türmen, die vor Zeiten die Silhouette Perugias ausmachten. Ein ganz besonderer architektonischer Komplex, zusammen mit dem etruskischen Trasimeno-Stadttor und einem Kirchlein.

Von hier aus trennen uns nur wenige Schritte von der Piazza San Francesco, wo es – sozusagen Wand an Wand – gleich zwei Kirchen zu bewundern gilt: San Francesco al Prato und San Bernardino. Letztere mit faszinierender Fassade; ein Kleinod der Bildhauerkunst aus der Zeit der Renaissance! San Francesco hat ein Zusammenspiel polychromer, geometrischer Figuren zu bieten und muß seit dem 15. Jahrhundert wegen der Instabilität des Untergrunds in einem fort renoviert werden. Kennen wir doch von manchen Atommeilern ...

Die Via Santa Elisabetta geleitet uns anschließend zu einer einzigartigen urbanen Landschaft Perugias: der Via Acquedotto – das alte römische Aquädukt ist heute Fußgängerzone – und der Via Appia, die sich beide unzüchtig umschlingen.

Nächste Etappe ist der Augustus-Bogen, bedeutendstes etruskisches Monument in Perugia und einst Haupteingangspforte zur Stadt. Drei Zivilisationen überlagern sich, ohne den harmonischen Gesamteindruck zu beeinträchtigen: der römische obere Bogen, die anmutige Renaissance-Loggia und eben die erhaltenen etruskischen Elemente. Beim untersetzten Gebäude gegenüber handelt es sich übrigens um die Italienische Ausländeruniversität.

Über den Corso Garibaldi nun zur Porta San Angelo im hintersten Winkel der Stadt, mit fast anmutig-ländlicher Atmosphäre. Imposanter Bergfried aus dem 14. Jh.; daneben sucht die von Zypressen umstandene San Angelo-Kircheden Schutz der Stadtmauern. Kein alltägliches Bauwerk aus dem 6. Jahrhundert mit kreisförmigem Grundriß. Aus der Antike stammen ein Teil der Baumaterialien; ein gotisches Portal hat die Kirche gleich mitgeerbt. Lohnt sich unbedingt.

Treten wir über den Augustusbogen und die Via C. Battisti den Rückweg an – dieser gewährt uns noch mal einen hübschen Blick auf die Via Acquedotto – und wenden uns dem mittelalterlichen Clou Perugias zu: der Via Ritorta – die in sich verschlungenen Mauern und Gewölbe kennen selbst nur wenige Perugianer – und der Via Maestrà delle Volte, gesäumt von Behausungen aus dem 13. Jh., welche untereinander durch gotische Bögen in Verbindung stehen. Da wären wir also wieder am Palazzo dei Priori.

Bleiben noch die Via Pinturicchio, die Via ... schon gut, wir wollen nicht übertreiben!

In der Umgebung

Totengruft der Volumni: nach 7 km an der Straße nach Ponte San Giovanni. Die Gruft aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert ist eine der schönsten bekannten etruskischen Grabstätten. Nur wochentags im Juli und August von 9.30-12.30h und 16.30-18.30h. Tel. 39 33 29. Die Besichtigung darf nicht länger als fünf Minuten dauern und findet nur in Gruppen von höchstens fünf Personen statt.

Trasimenischer See (Lago Trasimeno oder Lago di Perugia): ist nur mit dem Wagen zu erreichen. Die Uferlänge des größten italienischen Sees beträgt 120 km; auf seinen Anhöhen verwittern etliche Ruinen alter Schlösser vor sich hin. Die unschuldigen Ufer schmücken Olivenhaine und Weinberge; längst vergessen das Jahr 217 v. Chr., als Hannibal hier das römische Heer unter Flaminius das Fürchten lehrte. »Es lächelt der See, er ladet zum Bade« (Schiller) – dies sollte man wegen des verdreckten Wassers und der Algen aber lieber bleiben lassen. Der merkwürdig hohe Bug der Fischerbarken dient dem Zweck, das Schilfrohr abzuhalten. Mit dem Schiff gelangt man in einem Viertelstündchen zur Isola Maggiore, wo der heilige Franz sich seinen Bußübungen hingab.

Deruta: südlich von Perugia; seit dem Mittelalter bekannt für seine Keramikarbeiten. Die Kunsthandwerker lassen sich beim Töpfern, Bemalen und Glasieren gerne über die Schulter schauen.

Abstecher an die Adria:z.B. nach Senigallia; Linea mare mit Bus oder Zug.