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Pistoia

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Keine kulturellen Opfer in Pistoria

Unverwechselbare Gotteshäuser

Kirchen sind doof

Das Städtchen Pistoia sprengte seinen mittelalterlichen Mauerring erst in diesem Jahrhundert und darf sich über einen Mangel an romanischen Kirchen nicht beklagen. Deren unverwechselbare Architektur basiert auf zweifarbigen Fassaden mit abwechselnd grünen und weißen Bändern. Pistoia schwang sich nach dem letzten Krieg zu einer Industriestadt auf, opferte Altstadt und historische Bauwerke aber nicht dem flächenzehrenden Fortschritt. Auf der Bahnfahrt Lucca-Florenz also ruhig mal aussteigen und sich ein wenig umsehen.

Eine Matraze ...

Apennino: Via XX Settembre 21; T. 32 243 und 244, Fax: 22 201; ältestes Hotel am Platze, unweit des Bahnhofs. Sechsundzwanzig Zimmer zu mittleren Preisen.
Patria: Via L. Crispi 8, T. 25 187. Gemütliche, nette Absteige mitten im Gassengewirr, die für das Plus an Romantik einen Zuschlag verlangt.
Camping Barco Reale: Via Nardini, in Lamporecchio 15 km von Pistoia, Richtung Vinci. T. 88 332, Fax: 88 286. Markiert den höchsten Punkt eines bewaldeten Hügels. Mit Restaurant, Bar, Markt und Schwimmbad. Hübsch gelegener Drei-Sterne-Zeltplatz inmitten der Toskana: 40 km nach Florenz, 60 km nach Pisa und 40 km nach Lucca.

Wo einkehren?

San Jacopo: Via Crispi 15, T. 27 786. Montags Ruhetag. Tischt toskanische Leckerbissen zu verdaulichen Preisen auf und hockt zum Zeichen des Erfolgs am Wochenende rappelvoll.
Il Ritrovo di Iccio: Via dei Fabbri 7, T. 36 69 35. Im Dunstkreis des Duomo, weshalb am »siebten Tage« keiner einen Finger rührt. Auch hier gehorcht die Küche den Regeln toskanischer Kochkunst. Scheint von seinen Stammgästen zu leben, die vornehmlich mittwochs und samstags, den Markttagen, Leben in die Bude bringen. Langt bei der Rechnung schon mehr zu, aber Qualität hat eben ihren Preis.

Immer wieder Sehenswertes. Warum?

Piazza del Duomo: rundherum mittelalterliche Gemäuer, z.B. der Palazzo dei Vescovi (ehemaliger Bischofspalast aus dem 14. Jh.), das Baptisterium, der Palazzo del Podestà und der Palazzo del Comune (1284-1385).

Duomo: die elegante Fassade mit ihrem Portikus überragt ein von Arkaden getragener Giebel. Dem Campanilen mit seinen Säulenarkaden sieht man seine Funktion als Wachtturm bis heute an. Im Inneren sehenswerte Kapitelle und ein edler Silberaltar in der San Jacopo-Kapelle. Dieses Meisterwerk toskanischer Schmiedekunst wurde 1287 in Angriff genommen und erst in der zweiten Hälfte des 15. Jhs fertiggestellt. Generationen von Künstlern trugen also ihr Scherflein zum Gelingen des Altars bei, dessen 628 Figuren wir nicht nachgezählt haben.
Ospedale del Ceppo: unweit des Duomo. Der aufwendige Terrakottafries stammt aus der Werkstatt der della Robbias und stellt Werke der Barmherzigkeit dar: u.a. Kranken- und Gefangenenbesuche und Beerdigungen.
Chiesa Sant´Andrea: ansprechende Fassade aus dem 12. Jh. im Inneren eine Kanzel von Giovanni Pisano mit Szenen aus dem Leben Christi, ausgeführt zwischen 1298 und 1301.