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Mystisches Sao Paulo

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„Umbanda“ und „Candomblé“

Heimliche Rituale und Kulte

Es mag merkwürdig erscheinen, dass sich in einer Stadt, deren Bevölkerung eindeutig nach den Gesetzen der Konsumgesellschaft lebt, von der im Endeffekt aber nur sehr wenige wirklich profitieren, der Spiritismus in einem solchen Maße hat ausbreiten können. Der Umbanda-Kult wird denn auch von einer wachsenden Zahl von Anhängern, die in Tausenden von Zirkeln gegliedert sind, praktiziert. Teilnehmer sind hauptsächlich Weiße und Kleinbürger. Die Umbanda ist übrigens weit mehr von den Theorien des Franzosen Alain Kardec beeinflußt als von afrikanischen Riten oder dem Kalender der afrikanischen Gottheiten. Letztere wirken im Candomblé weiter. Umbanda-Rituale laufen regelmäßig alle paar Wochen ab; manchmal kann man einer solchen auch als Außenstehender beiwohnen.

Magie durch Tanz

Eine einzige Regel gilt´s zu beachten: bitte Diskretion üben. Also nicht in Scharen auftreten; ansonsten bei dem Verantwortlichen um Erlaubnis nachfragen, dem Schauspiel beiwohnen zu dürfen. Dabei näheres Interesse bekunden. Weniger mystisch als der Candomblé, benutzt das Umbanda-Ritual musikalische und tänzerische Elemente, um die Mae de Santo darauf vorzubereiten, ihre Schäflein zu »konsultieren«. Nach mehreren Gebeten und Tänzen, bei denen jeder der Sekundanten der Mae de Santo eine gewaltige Zigarre raucht, lassen sich alle Teilnehmer durch religiöse Gesten segnen. Diejenigen, die das Verlangen danach verspüren, knieen sich anschließend vor der Priesterin nieder und bitten um Hilfe, Beistand und Gesundheit. Am Ende der Messe wird gewöhnlich eine kleine Spende erbeten.

Centro Espírito de Umbanda: Caboclo Arutae, Rua 13 de Maio 352 (in Bixiga). Freitags von 20 bis 22 Uhr.

Federaçao Espírita do Estado de Sao Paulo:Rua Santa Amaro 370; Tel. 34-53-31 oder 36-98-10. Am Eingang links eine auf diesem Gebiet spezialisierte Buchhandlung; in den Regalen alles, was je zum Thema geschrieben wurde, u.a. die berühmte Schrift Alan Kardecs in englischer Übersetzung (»The Medium´s book«). Vorträge finden montags, mittwochs und freitags statt (genaue Termine auf telefonische Anfrage), aber auch Einzelpersonen können sich beraten lassen. Nur den Ritus selbst wird man hier nicht erleben. Die reine und unverfälschte Lehre Kardecs bedient sich keinerlei spiritistischer Materialisation – im Gegensatz zu Candomblé und Umbanda – sondern begnügt sich mit der inneren, stets auf das Gute ausgerichteten Kraft ohne Formalisierung. Ach so ...

Auch in Zeitungen stößt man manchmal auf Ankündigungen der Zeremonien.

Feiertage

25. Januar: Gründungstag von Sao Paulo.

Ende Februar/Anfang März: Karneval. Da fast alle Touristen den Karneval in Rio oder Salvador vorziehen, besitzt er in Sao Paulo noch mehr Volkscharakter, obwohl er natürlich weniger spektakulär ist. Umzug auf der Avenida Tiradentes; obendrein aufwendige Bälle auf den Ausstellungsgeländen von Anhembi und Ibirapuera. Gewinnt an Bedeutung.

April/Mai: Fest des Sao Jorge-Ogum (Kriegsgott) im Ibirapuera-Park.

August: Folklorefestival.

12. Oktober: Dia da Nossa Senhora Aparecida..
31. Dezember-1. Januar: Silvester-Corrida. Ein berühmter Wettlauf, nach dessen Abschluß ein riesiges Volksfest beginnt. Die Teilnehmer kommen dazu von weit her.