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Ávila

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Eine Provinzhauptstadt Sapniens

Garantiert Staufrei

Herrliche Blicke auf die Altstadt

Die höchstgelegene Provinzhauptstadt Spaniens (bis zu 1131 m) bietet atemberaubende Blicke in die umliegende Landschaft. Auch dieser Ausflug wartet mit viel Kultur auf. Sehr sehenswert ist Àvila trotz seiner touristischen Aufmachung. Da in der von einer vollständig erhaltenen Zinnenmauer umschlossenen Altstadt, die mit ihren vielen Türmen wie eine überdimensionale Burg wirkt, fast kein Verkehr herrscht, eignet sich dieser Ausflug auch für Familien mit kleinen Kindern.


Vor der Fahrt in die Altstadt begebe man sich auf die Aussichtsplattform „die vier Säulen“ unterhalb der Brücke Puente Romano, auf der Straße N-501 von Salamanca aus. Von dort eröffnet sich ein guter Überblick über die Festungsmauer. Die Stadt (seit 1985 Weltkulturerbe) gilt einem alten Sprichwort zufolge als „tierra de cantos y de santos“, d.h. Steine und Heilige prägen sie. Ávila hat knapp 48000 Einwohner.


Über besagte Brücke gelangen Besucher auf die Avenue de Madrid. Auf der Carretta de la Ronda Vieja, San Segundo, Francisco Gallego, Paeso del Rastro umfährt man die gesamte Altstadt in wenigen Minuten (Staufreiheit vorausgesetzt). Die Rundfahrt verschafft einen guten Überblick über die Altstadtmauer, die Lage der einzelnen Tore und Sehenswürdigkeiten. Die Rückseite der Stadt beschert sowohl noch bessere Blicke auf die beeindruckende Mauer als auch eine atemberaubende Aussicht ins Tal. Diese mittelalterliche Stadtmauer gilt als besterhaltene Europas. Mit neun Toren, 2500 Zinnen und 88 Türmen reicht sie etwa 2,5 Kilometer weit, also einmal um die gesamte Altstadt. Wir haben nirgendwo ein fehlendes Stück entdeckt. Bekanntester Turm ist der „Cimorro“. An verschiedenen Stellen kann man die etwa zwölf Meter hohe Mauer ersteigen, so zum Beispiel durch das Tor „Puerta del Alcázar“, und an den Wehren entlanglaufen. Kinder toben in den ruhigen Gassen und auf den Mauern gerne herum. In ruhigeren Minuten lauschen sie den Erzählungen ihrer Eltern über das Leben der Ritter. Auf der Mauer gilt für Familien mit Kindern natürlich besondere Obacht, denn nicht alles ist extrem abgesichert.


In der Hochsaison wähle man eines der „Nebentore“ als Eingang, also beispielsweise an der „Puerta del Puente“ oder „Puerta del Carmen“. Sonst ist es am Schönsten, den Wagen im Parkhaus am Parque del Rastro (Angel Torres) stehenzulassen und über den Fußgängerweg Paseo del Rastro vom Park aus bis zum Tor "Puerta del Alcázar" zu laufen. Der Park bietet eine herrliche Sicht über das Tal. Gegenüber, außerhalb der ummauerten Altstadt, die sehenswürdige Fußgängerzone um die Plaza de Santa Teresa.


Hat man die Altstadt betreten, steht man auch schon vor der Kathedrale. Aber mal ganz ehrlich, deren Inneres wird an Schönheit von einigen anderen Kirchen im Land deutlich übertroffen. Für sage und schreibe vier Euro Eintritt muss das nicht sein.


Da beginne man lieber mit einem ausgiebigem Rundgang: Veleda-Villa, Verdugo-Villa, Aguila-Villa, Benavites-Palast, den Renaissancepalästen sowie verschiedenen kleineren Kirchen, wie der Basilika San Vincente, San Andrés, das Kloster Encarnación u.v.m.


Obwohl der untere Teil des Ortes nicht so viel zu sehen bietet, lohnt dort abseits der Massen ein ruhiger Gang durch alte Gassen ohne Geschäfte und Touristenausrichtung. Nur ein kleiner Teil der ohnehin kleinen Altstadt (natürlich der um die Sehenswürdigkeiten) ist infrastrukturell auf Touristen eingerichtet.


Leider führen nicht alle Restaurantionen und Neubauten zu Verbesserungen. Das neu verlegte Pflaster an der „Plaza del Mercado“ sieht zwar nett und sauber aus, passt aber überhaupt nicht zur Altstadt. Die neue Markthalle, vornehmlich aus Beton, hätte mit altem Stein viel hübscher gewirkt. Den größten Schandfleck allerdings bildet das überdimensionale Kongreßzentrum unmittelbar vor der alten Stadtmauer neben der Avenida de Madrid. Schade, dass Feingefühl für den Erhalt solcher einmaligen Baudenkmäler fehlt, denn ein Kongreßzentrum hätte sicher auch an anderer Stelle entstehen können.


Ansonsten verhält sich die städtische Regierung richtig, indem sie viel sanieren lässt. Neben Kirchen und Gebäuden hat auch die Stadtmauer augenscheinlich bereits mehrfach Hilfe erfahren, gut zu erkennen am Beton, der die Steine verbindet. Im Mittelalter hat man so nicht gebaut. Aber besser so saniert, als dem Verfall preisgegeben.


Außerhalb der ummauerten Altstadt erwartet zum Schluß die prächtige Klosterkirche „Basilika San Vincente“ (Baubeginn 12. Jh.), durch das gleichnamige Tor zu erreichen. Sie beherbergt das Leergrab des Heiligen Vincente und seiner Schwestern. Das Kloster „Monestario de Santo Tomás“ bildet ein Glanzstück der isbellinischen Gotik. Unter der Schirmherrschaft der katholischen Könige entstand es im 15. Jh.

Touristeninformation

  • Plaza de la Catedral, 4; 05001 Ávila
    Tel.: 0034 / 920 211 387, www.avilaturismo.com