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Wanderungen

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Wandern im Niolo

  • Wanderungen im Niolo: fünf für alle zugängliche, ausgeschilderte und orange markierte Landwege hat die Verwaltung des Regionalparks eingerichtet. Eine ausgezeichnete Idee. Die Broschüre »Niolu« stellt verschiedene Wegstrecken vor (Tagesrundwege) und ist beim Verkehrsamt oder der Parkverwaltung erhältlich. Wirklich schöne Wanderwege sind der Genueserpfad (»Sentier génois«; sechsstündiger Rundweg, Beginn in Albertacce), der vierstündige Rundweg durch das Tal der Schäfer (rund um Corscia) und der Niolu-Panoramapfad (sechseinhalbstündiger Rundweg ab Casamaccioli). Ein weiterer, dreieinhalbstündiger Rundweg ab Calacuccia führt hinauf nach Lozzi und über Albertacce wieder hinab zum Ausgangspunkt.
  • Rundweg der fünf Brüder (Tour des Cinque Frati): besonders reizvolle Wanderung für unsere erfahrenen Wandervögel. Der orange gekennzeichnete Pfad beginnt in Calasima und führt nach einem siebenstündigen Rundweg dorthin zurück, in eines der höchstgelegenen »Adlerhorste« Korsikas (1.100 m!).
  • Von Calacuccia nach Bocca a l´Arinella: nicht übermäßig strapaziöse Wanderung, die einen Teil des »Mare a Mare Nord«-Weges benutzt (orangfarbene Markierungen). Der Berg La Bocca a l´Arinella südlich Calacuccias ragt aber immerhin stolze 1.592 m empor. Der Wanderweg nimmt beim Aufstieg (gut drei Stunden) denselben Verlauf wie beim Abstieg (eine Stunde).
  • Monte Cinto (Cintu): mit 2.710 m der höchste aller korsischen Gipfel. Den Aufstieg sollte man nur mit festem Schuhwerk wagen, denn das Terrain besteht überwiegend aus Felsen und Geröll. Zwischen April und Ende Oktober ist die Bergwanderung am schönsten, der erste Schnee fällt im November. Aufstieg von Calacuccia über die Straße bis Lozzi, 5,5 km weiter nördlich. Rund einen Kilometer oberhalb des Dorfes findet man einen der beiden Zeltplätze vor, den wir in unserem Übernachtungskapitel aufgeführt haben. Dann den befahrbaren Weg einschlagen, der mit einer Haarnadelkurve beginnt und nach sieben Kilometern einen kleinen Parkplatz erreicht.

    Von dort gelangen wir in einer guten halben Stunde zu Fuß bis zur Ercu-Hütte (Refuge de l´Ercu) auf 1.600 m Seehöhe. Die Berghütte mit Wasser, Gas und Matratzen ist ganzjährig geöffnet; zwischen dem 1. Juli und dem 15. September ist sie bewacht und kostet Eintritt. Die Wanderung von Lozzi bis Ercu beansprucht drei Stunden. Die eigentliche Besteigung des Monte Cinto beginnt dann bei der Ercu-Hütte und nimmt rund vier Stunden nur für den Aufstieg in Anspruch.

    Im Sommer sollte man schon bei Morgengrauen aufbrechen, um in den Genuß des Sonnenaufgangs zu kommen. Im August legen zu Beginn des Nachmittags oft heftige Gewitter los, daher sollte man wieder in Ercu sein, bevor der Regen niederprasselt: »Die Blitze erhellen die finstere Nacht,/ Der Regen strömt, der Donner kracht,/ Der mächtige Wind im Hochwald saust, / Der wilde Gießbach schwillt und braust.« (Adalbert von Chamisso: Korsische Gastfreiheit). Vom Gipfel aus hat man einen prächtigen Blick auf Zentralkorsika. An schönen Tagen erkennt man bisweilen in der Ferne sogar die Côte d´Azur!

    Für nicht ganz unerfahrene Wanderer geeignet; doch ist keine Kletterpartie zu abzuleisten, kein Schneefeld zu überqueren. Beim Abstieg ist der längere Weg über den See der schönere. Ab drei Personen kann man in Erwägung ziehen, einen Führer anzuheuern. Auskunft auf dem Verkehrsamt des Niolo in Calacuccia.

    Im Umkreis

  • Engpaß Scala di Santa Regina:
  • den zweiten Zugang zum Niolo bildet diese öde Felsenschlucht, die kein Ende zu nehmen scheint; ein bizarrer Korridor aus Felsen, rotem Granit, Kieselsteinen und Schotter. Eine feindselige, ungezähmte Welt, die nicht von ungefähr an die arabische Wüste erinnert. Europa scheint jedenfalls unendlich weit. Der Name des Défilé rührt von jenen Treppen (Scala), welche die Nioliner auf dem linken Golo-Ufer vor Zeiten in den Felsen gehauen haben, um bequemer nach Calacuccia absteigen zu können. Heute verläuft eine nach Corte führende Straße durch die Schlucht. Der Col de Vergio ist mit 1464 Metern übrigens der höchste Straßenpaß der Insel. Zum Vergleich: der Feldberggipfel im Schwarzwald mißt knapp 1500 Meter.

    Hinweis für Wanderer: in Corscia (vier Kilometer östlich Calacuccias) beginnt ein orange markierter Wanderweg, der auf alten Saumtierpfaden zur Scala di Santa Regina führt. Für Hin- und Rückweg dieses urtümlichen Fußmarschs sind fünf Stunden zu veranschlagen.

  • Wald von Valdo-Niello: einer der großen korsischen Höhenwälder; die Pflanzenwelt setzt sich überwiegend aus Laricio-Kiefern und Buchen zusammen. Der GR 20 durchquert den Wald ebenso wie die D 84 von Calacuccia nach Porto. Großartig!
  • Col de Vergio: der höchste befahrbare Gebirgspaß auf Korsika (1.464 m), zugleich Wasserscheide zwischen West- und Ostküste. Bei der Fahrt hinunter zum Meer durchqueren wir den ausgedehnten Aïtone-Wald, dessen Laricio-Kiefern noch schöner sind als die von Valdo-Niello. Unterwegs zauberhafte Ausblicke.
  • Dortoir du Castel Vergio: in Castellu di Vergio, zwei Kilometer vom Col de Vergio entfernt an der Straße nach Calacuccia. T. 95 48 00 01. Nur für den Notfall, denn der Laden ist mies, muffig und viel zu teuer: im Hotel Halbpension zu rund 280 F pro Person. Dasselbe gilt für den Wanderern vorbehaltenen Schlafsaal.
  • Wanderung zum Nino-See: Schönwetterwanderung für den Sommer, die auch von Ungeübten zu bewältigen ist. Hin- und Rückmarsch sind an einem Tag zu schaffen, sofern man frühmorgens von der D 84 aufbricht und den weiß-roten Markierungen des GR 20 bis zum See folgt. Dauer: von der D 84 bis zum Col de Saint-Pierre (Bocca San Pedru) zweieinhalb Stunden, dann noch einmal zwei Stunden bis zum Nino-See auf 1.743 m Höhe. Festes Schuhwerk und einen Wanderführer zum GR 20 nicht vergessen. Der vor Forellen wimmelnde See ist das halbe Jahr über zugefroren.