Kost und Logis

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Übernachten und umschauen

Durchschlagen

“Die Frauen halten das Land über Wasser. Sie machen die ganze Arbeit. Die Männer sitzen herum, und die Frauen halten die Dinge am Laufen. Wenn du etwas erledigt haben willst, mußt du dich an die Frauen wenden.” (Doris Lessing)

Die hübschesten Events sind wie üblich jene, über die man unbeabsichtigt entlang des Wegs stolpert. Das kann der Theaterabend einer Grundschule oder eine Landwirtschaftsschau im Hinterland sein, eine traditionelle Hochzeit oder eine Stadtfeier. Die meisten Gäste und Veranstalter werden sich freuen, dass Fremde sich für ihren feierlichen Anlaß interessieren und Sie fast sicher zum Mitmachen einladen.

Übernachten. Zeltplätze, B&Bs und Safarilodges in den jeweiligen Landeskapiteln. Zum Sprachgebrauch: Backpackers sind die Herbergen, Backpacker ohne -s ihre Gäste.

Backpackers. Seit Mitte der 90er Jahre erlebt das südliche Afrika eine nichtendenwollende Flut von Herbergen. Windhuk, Bulawayo und Harare sind echte Hochburgen, und in der Provinz sprießt auch so einiges. Im Gegensatz zu JHs haben Backpackers kein struppiges Regelwerk. Jungs und Mädels schlafen im selben Raum, Torschluß ist unbekannt, Mitgliedskarte unnötig, der Spaßfaktor hoch.

Jedes gute Backpackers bietet auch Privatzimmer, Zeltgelegenheit, eine Küche zum Mitbenutzen, teilweise Mahlzeiten, eine Bar, schwarze Bretter und innerörtliche Transfers. Bei den meisten kann man Touren buchen. Wer tiefer nach Afrika eindringen will, holt sich hier all die Tips, die selbst der beste Reiseführer nicht bieten kann. Da Bettzeug gestellt wird, kann man seinen Schlafsack daheimlassen.

Hotels. In Namibia und Simbabwe werden Hotels regelmäßig von Staatsbeamten bewertet. Deren Kataloge sind halbe Doktorarbeiten und eher trockene Lektüre. Um zum * Ein-Stern aufzusteigen, muß ein Hotel Mindestanforderungen an Einrichtung, Bedienung und Sauberkeit erfüllen. Für ** zwei Sterne muß es sich kräftiger strecken: Über die Hälfte der Zimmer haben Bad/Dusche und Toilette; Empfang bis 20.30h durchgehend, danach auf Abruf besetzt, Wäschedienst mit Lieferung innerhalb eines Tages, Parkmöglichkeiten, Informationsdienst. Für *** drei Sterne sind Cocktailbar, Aufzug und Babysitter Pflicht, für **** vier Sterne auch Schwimmbad, Friseur und Büroservice. Für ***** fünf Sterne findet man mindestens einen Angestellten, der mit verbundenen Augen die Victoriafälle hinaufschwimmt und dabei Hemingway rezitiert. In Botswana und Sambia gibt es kein Gradierungssystem.

Nationalparks, Cottages oder Lodges sind Landhäuser mit Kochgelegenheit, Geschirr, Besteck und anderen Nettigkeiten, Huts sind eigenständige Hütten ohne die genannten Nettigkeiten, Chalets verfügen über Grillmöglichkeiten, Gemeinschaftstoiletten und -küche. Alle haben ein, zwei oder drei Schlafräume. Campingplätze sind Zelten und Wohnmobilen vorbehalten und bieten meist Sanitärblocks, in Botswana nur zelttaugliche Flächen mitten in der Wildnis. Reservierung für Parkunterkünfte in Botswana und Simbabwe empfohlen, in Namibia nötig. Wer ohne Buchung am Parktor ankommt, hat eine harte Nuß zu knacken!