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Sehenswertes in Salamanca

Was man gesehen haben sollte…

Wie in vielen spanischen Städten läßt man seinen fahrbaren Untersatz am besten stehen, denn man wird in Salamanca alles bequem zu Fuß erreichen. Der berühmte Schriftsteller Miguel de Unamuno, lange Zeit Rektor der Universität, hat über die Stadt einmal gesagt: »Diese Stadt ist offen und fröhlich. Die Sonne hat die Steine ihrer Türme, ihrer Heiligtümer und Paläste vergoldet; dieser weiche Stein wird im Schein der Sonne flammend golden. Bei Sonnenuntergang ist das ein wahrer Augenschmaus ...« Und nicht nur das: auch bei Nacht tauchen Laternen und Strahler Salamanca in ein märchenhaftes Licht.

Plaza Mayor: dieses Meisterwerk barocker Architektur zählt gewiß unter die schönsten Plaza Mayors des ganzen Landes. Sie wurde ab 1729 nach den Plänen Churrigueras angelegt und ist ganz von Arkadengebäuden umschlossen. Das Rathaus mit der Turmuhr und der königliche Pavillon stehen sich hier gegenüber.
Die Kathedralen: in Salamanca gibt es tatsächlich zwei, eine »alte« und eine »neue«. Besichtigungen täglich von 9-14h und 16-20h. Ausnahmsweise wurde einmal bei der Errichtung der neuen Kathedrale die Vorgängerin nicht dem Erdboden gleichgemacht. Mit dem Bau der »neuen« hatte man zwar Anfang des 16. Jhs begonnen, aber fertiggestellt war sie erst zweihundert Jahre später. Von der Plaza de Anaya aus ist das wunderbare Tiefrelief mit Motiven aus »Jesu Einzug in Jerusalem am Palmsonntag« zu bewundern. Das Westportal, zur Calle Calderón de la Barca hinausgehend, zeigt Szenen von Christi Geburt, der Anbetung der Heiligen Drei Könige und der Kreuzigung. Das Innere der neuen Kathedrale beeindruckt durch seine Höhe und Weitläufigkeit, für die vor allem die kolossalen Pfeiler verantwortlich sind, aber trotzdem ist die Wirkung nicht so überwältigend wie zum Beispiel in der Kathedrale von Toledo. Ausgesprochen kunstvoll verziert sind die Friese und die Brüstung des Chors. Das schöne Chorgestühl mit seiner Engelpracht und die reichlich überladene Barockorgel sind hingegen Geschmacksache.

Der Zugang zur alten Kathedrale geschieht über die neue. Die Vorgängerin hat wegen der Errichtung ihrer stolzen Rivalin ihr linkes Querschiff eingebüßt. Ihr Kuppelturm, auch Hahnenturm genannt, gilt als einer der schönsten seiner Zeit und ist an seinem Schuppendach zu erkennen. Die erste Kathedrale stammt aus dem 12. Jh. und ist ein gutes Beispiel für den Übergang von der Romanik zur Gotik. Auf der linken Seite kunstvolle Fresken aus dem 13. Jh. Das Innere enthält neben einigen Gräbern, deren mehrfarbige Verzierung noch gut erhalten ist, einen prächtigen Retabel, der aus über fünfzig Bildern in kräftigen Farben besteht und zu Recht als das kostbarste Juwel der Kathedrale bezeichnet wird. Im ehemaligen Kapitelsaal ein kleines Museum für christliche Kunst.

Die Universität gilt neben den Traditionsuniversitäten von Oxford und Bologna und der Pariser Sorbonne als älteste und berühmteste Alma mater der Welt. Bevor er sich aufmachte, um in westlicher Richtung nach Indien zu segeln, holte Christoph Kolumbus den Rat der hier beschäftigten Astronomen ein. Wir dagegen halte uns brav an die Besichtigungszeiten: montags bis samstags von 9.30-13.30h und 16.30-18.30h, sonn- und feiertags 10-13h.

Man betritt den Gebäudekomplex durch das herrliche Portal, das auf den Patio de Las Escuelas führt. Gegenüber eine Statue des Fray Luis de León, des großen Humanisten im 16. Jh. Das Portal, ein Meisterwerk plateresker Baukunst, zieren die Medaillons der Katholischen Könige und der Wappenschmuck Karls V. Die ganze Tür ist eine einzige steinerne Filigranarbeit. Eine Studententradition besteht darin, den an der Universitätsfassade versteckten kleinen Frosch von unten ausfindig zu machen. Damit´s nicht so schwer ist: das Kerlchen hockt auf dem Kopf eines Leichnams am rechten Pfeiler.

Die Hörsäle sind rund um den Innenhof angeordnet. In der mit flämischen Wandteppichen geschmückten Aula (Paraninfo) hängt neben einem von Goya gemalten Porträt Karls V. unter einem Baldachin das Universitätsbanner. Die ganz in rotem Samt ausgekleidete Kapelle beherrscht der üppig verzierte Barockaltar. Der Hörsaal, wo Fray Luis de León dereinst lehrte, ist noch so wie im 16. Jh. eingerichtet. Die schmalen, rauhen Bänke, auf denen die Studenten den Vorlesungen folgten, waren damals eine revolutionäre Neuerung, denn gewöhnlich hockten die Studenten auf dem Fußboden ... und tun´s heute bei uns zum Teil schon wieder. Eine prachtvoll verzierte Steintreppe führt in den ersten Stock hinauf. In einem der Durchgänge ist noch die ursprüngliche Stalaktitendecke erhalten. Hinter einem schönen schmiedeeisernen Gitter aus dem 16. Jh. werden Zehntausende von kostbaren Büchern aufbewahrt.