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Campo de Fiori

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Die volkstümlichste Piazza Roms

Buntes und geräuschvolles Markttreiben

Ihren Namen verdankt die volkstümlichste Piazza Roms der Blumenwiese, auf der hier bis ins Mittelalter Vieh weidete. Heute gibt´s die »fiori« – eben Blumen – auf dem farbenprächtigen Markt rund um die Statue des Mönchs Bruno Giordano zu kaufen, den die Inquisition hier 1600 als Ketzer verbrennen ließ. Ein Genuß fürs Auge sind auch die anderen Stände unter den bunten Sonnenschirmen, die mit würzigen Kräutern, frischem Obst, knackigen Salaten und köstlichen Meeresfrüchten beladen sind. Wer bei diesem Anblick Appetit bekommt, kann sich rechts beim hervorragenden Bäcker (Forno) stärken und ein Gläschen Vino oder Spumante in der stadtbekannten Vineria trinken. Zwischen den Marktkarren laden die Tische zahlreicher Trattorien zu einem Mahl mitten im geräuschvollen Treiben ein.

Anschließend kann man sich die Beine auf einem Spaziergang zu den Renaissancejuwelen der Ewigen Stadt vertreten. Gleich hinter dem Campo de´ Fiori liegt die elegante Piazza Farnese mit dem gleichnamigen Renaissance-Palast. Doch weder den von Michelangelo nach antikem Vorbild gestalteten Innenhof noch die berühmten Carracci-Fresken sind zu besichtigen, denn der Stadtpalast des Kardinals Alessandro Farnese ist heute Sitz der französischen Botschaft. Dafür ist wenige Schritte weiter links die reich ausgeschmückte, kürzlich renovierte Fassade des Palazzo Spada zu bewundern (s. auch Kap. »Renaissance«). Dahinter verläuft parallel zum Tiber die Prunkstraße Via Giulia. Papst Julius II. hatte sie zu Beginn des 16. Jahrhunderts als erste geradlinige Straße Roms anlegen lassen. Adlige Familien schmückten sie mit ihren stattlichen Palästen und auch die namhaftesten Künstler der Epoche bezogen hier ihr Quartier. Im Haus Nr. 85 lebte z.B. der Maler Raffael, in Nr. 66 der Architekt Antonio da Sangallo. Bis heute zählt die Via Giulia mit ihren grünen und schattigen Innenhöfen zu den vornehmsten Adressen der Stadt.