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Cap de Creus

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Costa Brava im Frühling

Urlaub am Cap de Creus

Roses, El Port de la Selva und Klöster statt Touristenmassen

Catalunía. Costa Brava, Touristen, Sonne, Strand und Meer. Jeden Sommer ist die Gegend Urlaubsziel Tausender von Feriengästen, doch man entgeht dem Trubel, wenn man Catalunía bereits in der Vorsaison besucht. Nicht die berühmten Strände locken dann zu einem Besuch sondern das Cap de Creus, wo die Natur noch nicht Touristenbunkern gewichen ist.

Wenn die Touristen im Sommer nach Spanien strömen, ist das Wetter zu heiß für längere Wanderungen, doch jetzt im Frühling stimmt alles.

Die Gegend erfreut die Wandererherzen: Durch flimmernde Luft und den Duft von Thymian, Rosmarin und Baumharz, umgeben von menschenleerer Natur, wandert man auf und ab, auf und ab, entlang der letzten Ausläufer der Pyrenäen, sozusagen.

Die Zivilisation liegt fern. Barcelona, Touristenorte, Riesenhotels und Apartments sind Vergangenheit; hier genießt man die fast unberührte Landschaft: Gras und Sträucher, Felsen, ab und an ein paar Bäume, eine alte Viehhütte. Es scheint sich nicht viel geändert zu haben in den letzten paar hundert Jahren und wird sich hoffentlich auch nicht mehr viel ändern, denn Naturparkgesetze schützen diesen Traum.

Im Frühling ist das Cap de Creus noch beinahe menschenleer. Noch mag manch einer eine Stunde lang laufen, ohne auf Mitmenschen zu stoßen, was sich in ein paar Monaten natürlich ändern wird, denn unzählige Touristen stehen in den Startlöchern.

Die Buchten wirken atemberaubend; das Meer ist eins der schönsten Tauchgelegenheiten Spaniens. Hier, fern von dem Tourismusrummel, entfaltet die Costa Brava einen ganz anderen Zauber, den man eigentlich gar nicht erwartet hätte.

Das restliche Spanien scheint Bauland zu sein; überall entstehen neue Gebäude, die Makler reiben sich die Hände. Auch in Roses häufen sich die Häuser schon recht bedrohlich. Die "alten" Läden verschwanden in die Gassen; zwar findet sich noch eine farbenprächtige Halle für Fisch und Gemüse, man stößt noch auf das traditionelle Spanien, doch die Stadt wandelt sich.

Der Weg von Roses nach Cadaqués ist eine der lohnenswerten Wanderungen in dieser malerischen Landschaft. Andere führt die Neugier von El Port de la Selva zum einstigen Kloster Sant Pere de Rodes an der Nordseite des Sant Salvador Saverdera empor. In mehr als sechshundert Metern Höhe findet sich ein altes Kastell, von wo aus man bei gutem Wetter über die ganze Halbinsel blickt.

Eindrucksvoll wirkt auch einstige Benediktinerkloster, dessen Ursprünge wahrscheinlich bis ins sechste Jahrhundert después Cristo zurückgehen. Die Kirche erbaute man im 10. und 11. Jahrhundert, als das Kloster seine Blütezeit erlebte. Bereits im 14. Jahrhundert schändeten jedoch Piraten und die Franzosen die Abtei.

Mittlerweile ist es ein kunsthistorischer Schatz Catalunías und eins der meistbesuchten Denkmälern. Vor über siebzig Jahren ließ man das Kloster restaurieren. Große Bereiche stehen den Besuchern offen, von denen besonders Wehr- und Glockenturm beeindrucken.

Wer sich in dieser Gegend ein wenig auf die Suche macht, wird schnell noch weitere bezaubernde Flecken finden, die den Besucher am liebsten gar nicht mehr verlassen möchte