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ReiseTops.com/Kultur

Dichter, Autoren, Denker

Maler, Musiküsse und Comics

Literatur

Die paradiesische Insel des Indischen Ozeans hat schon im 18. Jahrhundert Dichter, Autoren und Maler inspiriert, ihre Schönheit auf Papier festzuhalten. Da man dem Kreolischen lange seinen Wert als Schriftsprache aberkannte, ist es wenig verwunderlich, daß die Literatur der Insel ihre Anfänge im Französischen fand. Die ersten kreolischen Texte waren Märchen, die bis dato über Generationen hinweg mündlich überliefert wurden.

Im Laufe ihrer Entwicklung hat die Literatur der Maskareneninsel einige berühmte Schriftsteller und Poeten hervorgebracht, deren Werke in Frankreich und zum Teil sogar international Anerkennung finden. Charles Leconte de Lisle (1818-1894), als Sohn reicher Eltern in Saint-Paul geboren, verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich. Die feinfühligen Verse, in welchen er seiner Insel huldigt, haben ihn zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten Réunions gemacht.
Auch der Dichter und Maler Léon Dierx (1838-1912) machte Karriere im französischen Mutterland. Seine Gemälde kann man im Musée Léon Dierx in Saint-Denis bewundern. Als Autoren der Neuzeit, deren Werke über die Grenzen der Insel hinaus veröffentlicht wurden, sind vor allem der 1948 in Lothringen geborenen Journalist und Historiker Daniel Vaxelaire und der Autor Axel Gauvin zu erwähnen. Vaxelaire, auf dessen Konto neben Romanen und Reiseführern auch Comicbände und Radiosendungen gehen, gilt als geschichtlicher Experte in Bezug auf Réunion. Die auf Kreolisch verfaßten Romane des 1944 geborenen, einheimischen Lehrers Gauvin wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Deutschland ist sein Buch »Faims d�enfance« unter dem Titel »Kindheitshunger« beim Peter Hammer Verlag erhältlich.

Musik

Wie so vieles auf der Insel, ist auch die Musik durch und durch kreolisch, d.h. sie ist ein Mischprodukt, das sich afrikanischer, madegassischer und europäischer Anleihen bedient. Als vor über einem Jahrhundert, mit der Abschaffung der Sklaverei die Grenzen zwischen den Volksgruppen verschwammen, kamen sich auch die unterschiedlichen Musikrichtungen näher. Afrikanische Rythmen und Bewegungsabläufe wurden salonfähig und vermischten sich mit europäischen Melodien. Der Sega, den man in verschiedenen Formen im gesamten Indischen Ozean antraf, symbolisierte ähnlich wie die kreolische Sprache ein neues Identitätsbewußtsein.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Sega zu einer Art Volksmusik. Die Tatsache, daß soziale und politische Elemente mehr und mehr in den Hintergrund rückten, führte dazu, daß Kritiker ihre Wurzeln eher im Maloya, der völlig auf moderne, europäische Instrumente verzichtet und sich in seinen Texten oft mit dem Schicksal der ehemaligen Sklaven beschäftigt, suchten. Auch heute erzählt der Maloya von den Problemen der kreolische Bevölkerung. Ebenso wie der Sega wird er gerne mit dem karibischen Reggae gemischt, wobei dann von Seggae und Maloggea gesprochen wird. An bekannten Gruppen und Sängern sind Gramoun lélé, Firmin Viry, Ziskakan, Baster, Danyél Waro und Ti-Fock zu nennen.

Ti Burce, ein kreolischer Comic-Held

Vor über zehn Jahren eroberte die kreolische Comickultur die Buchläden und Zeitschriftenhandlungen Réunions. Zu Werken aus Frankreich und Amerika gesellten sich nach und nach Publikationen einheimischer Künstler. Farbig Illustrierte Bücher erzählten die Geschichte der Maskareneninsel und des Piraten La Buse. Hinzu kam der, in dreimonatigen Abständen erscheinende, bande dessinée der Vereinigung Le Cri du Margouillat. Ti Burce, der kleine Held dessen Abenteuer auf einigen Seiten dieses Reiseführers nachzulesen sind, wird im selben Verlag herausgeben und befindet sich bereits in seiner zweiten Folge. Der Autor Thierry Maunier, besser bekannt als Tehem, beschreibt darin die lokale Politik und das alltäglich Leben aus der Sicht eines kleinen Jungen, der mit seinen Freunden in den Bergen lebt. Klischees und Vorurteile werden ebenso feinfühlig und humorvoll in den kurzen Comicstrips verarbeitet wie die Sorgen und Nöte der kreolischen Bevölkerung. Weitere Informationen können unter folgender Adresse angefordert werden:

Le Cri du Margouillat
Espace Jeumon
23, rue Rambo
97490 Sainte-Clotilde
La Réunion
Tel.: 00262 41 58 56
Fax.: 00262 94 14 72
margouillat@guetali.fr
www.margouillat.guetali.fr

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