Azteken - mesoamerikanische Hochkultur und Indianervolk der Nahua-Sprachfamilie. Zur Zeit der spanischen Konquista beherrschten sie weite Teile Mexikos, rund um ihre 1370 gegründete Hauptstadt Tenochtitlán (dem heutigen Mexiko-Stadt). Sie waren fortschrittliche Ackerbauern und Händler, ihr Handwerk und Kunsthandwerk entstand auf hohem Niveau. Die aztekische Kultur entwickelte eine Bilderschrift und einen auf exakten astronomischen Beobachtungen fußenden Kalender. Auch ihre Tempel und Pramiden standen den Ägyptischen in nichts nach. Das alles ging im Nachrichtenstrom ins neuzeitliche Europa unter - die menschlichen Opfergaben der Azteken überschatteten jegliche kulturelle Errungenschaft.
Christliche Missionare unter dem spanischen Königshaus verbrannten zahllose Schriftstücke, zerschlugen Monumente und Statuen, bauten auf aztekischen Göttertempeln christliche Kirchen und exportierten nach und nach das Silber- und Goldvorkommen Mexikos nach Spanien, um es dort in prunkvollen Kirchen zu verarbeiten.
doch zum Glück wurde nicht alles zerstört. Dies ist in diesem voluminösen Ausstellungskatalog nachzuvollziehen, der die über 400 Exponate, die in London, Berlin und Bonn zwischen 2003 und 2004 ausgestellt wurden, abbildet. Neben den hervorragenden Fotografien der Exponate sind auch literarische Beiträge zur Azteken-Kultur vorhanden, verfasst von renommierten Wissenschaftlern. Das Vorwort verfassten seinerzeit der Präsient Mexikos Vicente Fox, sowie Johannes Rau, der selbst beruflich und privat sehr oft ach Mexiko gereist ist.
Der zweite und weitaus größere Teil widmet sich den Ausstellungsstücken - er holt das enorme Museo Nacionál de Antropología e Historia regelrecht von Mexiko-Stadt direkt ins mitteleuropäische Wohnzimmer. Toll aufgemacht, mit gestochen scharfen Bildern und lückenlosen Beschreibungen versehen, ist dies derzeit das wohl eindrucksvollste, vollständigste und begehrenswerteste Werk über Azteken, das auf deutschem Markt erhältlich ist.
MM
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