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Verschüchterte Athleten, Ablenkung der Journalisten
Besonders bei Großereignissen wie z.B. den Olympischen Spielen fiebern Bürger aller Nationen mit. Sie verschlingen Zeitungsartikel, sammeln jede Nachricht "ihres" Stars. Von den diesjährigen Olympischen Spielen in Peking (8. - 24. August) bekommt man jedoch eher wenige Fakten zu hören.
Dabei kann man nicht sagen, dass sich die chinesische Regierung nicht um ausländische Journalisten kümmert, im Gegenteil. Diese bekommen häufig Einladungen zu Pressekonferenzen, sei es zur Besichtigung der Kläranlage oder einer Blumenzüchtung. Erstaunlich angesichts der Reserviertheit, mit der das Reich der Mitte Journalisten früher begegnete.
Doch das Thema, dass die westliche Welt momentan am meisten beschäftigt, kommt bei Pressekonferenzen nicht zur Sprache: Chinas Politik. Mal ehrlich, wen interessieren Blumen, die speziell für Olympia gezüchtet wurden, wenn Tibeter und Wanderarbeiter unterdrückt werden? Wenn die chinesische Landbevölkerung ob der Umweltverschmutzung Missbildungen zur Welt bringt? Wenn die Wirtschaft boomt, auf Kosten tausender Arbeiter?
Nur wenige Sportler treten mit Reportern in Kontakt, die meisten wirken verschüchtert. Sie meiden das Thema Politik, vielleicht wegen der heftigen Reaktion Pekings auf die tibetischen Unruhen.
Und so wirken selbst die Bemühungen der Pekinger Regierung um ausländische Journalisten wie eine Verschleierungstaktik, um sie vom Wesentlichen abzulenken. Die Welt soll das Reich der Mitte bei den Olympischen Spielen schließlich im vollen Glanz erstrahlen sehen, Folter und Unterdrückungen werden übertüncht.
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