Die Kaufhauskette Media Markt lässt seit einiger Zeit "Toni" über den Bildschirm flimmern: Olli Dittrich mit tonnenweise Gel, einem Goldkettchen, Sonnenbrille und flapsigen Sprüchen gibt sich als italienischer Kunde aus.
Dabei scheint er "Toni" selbst als Komiker zu übertrieben zu spielen, wie zahlreiche italienische Proteste beweisen. Sie stören sich offenbar so sehr an der Figur, dass Mediamarkt einen Werbespot absetzte. Darin erzählt der "Italiener", die Deutschen kauften wegen der Fußball-EM unzählige Flachbildschirme, die Italiener hingegen kauften Schiedsrichter. Zwar fügt er ein "Kleiner Scherz!" hinzu, doch dies genügt den Italienern offenbar nicht.
Ein harmloser Werbespot zieht seine Kreise. Mittlerweile kommt das Thema in Zeitungen und Blogs auf den Tisch, wobei es natürlich besonders hinsichtlich des Fußballs analysiert wird. Ob die Deutschen wegen der WM Rache üben? Ob sie die Italiener vor der EM einschüchtern möchten?
Sei ihm, wie ihm wolle, ein Ziel erreichte Toni immerhin: Der Spot von Media-Markt ist in aller Munde.
Kreise ziehen jedoch auch andere Italiener. Manch einer streitet sich auf der Straße um Toni, andere streiten um eine Straße. Die Römer widmen sich momentan dem Streit um den Namen einer Straße. Gianni Alemanno, Bürgermeister im italienischen Rom, plant eine Straße "Giorgio Almirante". Freilich hätte er auch nichts gegen eine für Fanfani oder Berlinguer, doch ob dies nicht nur Taktik ist? Linke jedenfalls wettern dagegen, Almirante, den 1988 verstorbenen Faschisten und Redakteur von "Die Verteidigung der Rasse" mit einer Straße zu ehren.
Man darf gespannt sein, ob Rom sich bald dem Beispiel anderer Städte (Foggia, Apulien …) anschließt, indem es Almirante im Stadtbild verewigt.
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