Am Wochenende zündeten empörte Italiener erneut Dutzende Müllberge an. Sie stört der stinkende Abfall, der sich seit Monaten auf Neapels Straßen sammelt. Vor über hundert Tagen wurde Gianni De Gennaro zum Kommissar zur Müllbeseitigung ernannt, was ihm binnen hundert Tagen gelingen sollte. Doch offenbar steht der Staat noch immer vor dem Problem.
Vorübergehend entsorgt Deutschland die Abfälle, tausend Tonnen am Tag (250 Euro pro Tonne).
Der neue Ministerpräsident Silvio Berlusconi plant neue Deponien, bewacht durchs Militär, da sie sonst häufig durch Anwohner verhindert werden. Doch nicht nur in Neapel hat er einiges zu tun.
So möchte Berlusconi drastisch gegen die Kriminalität vorgehen. 58,7 Prozent der Italiener sorgt sich um die Kriminalität, was angesichts der Tatsache, dass Italien zu den sichersten EU-Staaten zählt, paradox anmutet. Tatsächlich schulden daran vermutlich zumindest teilweise die Medien. So widmet das Fernsehen allabendlich etliche Minute Überfällen, Morden und anderen Delikten. Illegale Einwanderer sind künftig unerwünscht, wenn sie nicht Arbeit und Unterkunft vorweisen.
Selbst EU-Bürger werden ggf. abgeschoben, wenn sie sich eine Straftat zuschulden lassen kommen. Dies betrifft vermutlich vor allem Roma, gegen die drei Viertel der Italiener eine harte Haltung befürworten. Nun munkeln viele von rassistischer Politik.
Mehr zu Italien