Die Saufbrüder – lebenslustige englischen Königssprösslinge.
Die englischen Prinzen sorgen wieder für Schlagzeilen. Der Wunsch vieler Briten, daß die königlichen Jungs wie sie selbst aufwachsen mögen, statt in einem "goldenen Käfig" eingesperrt zu sei, geht in Erfüllung.
Anläßlich eines Sommernachtsfests in einem Londoner Szene-Club sieht man Prinz Harry (21) auf Fotos einer Blondine an den Busen grabschen, während William (24), der ältere und vernünftigere, nur ein Glas im Hintergrund schwenkt. Alle drei scheinen schwer angeschlagen zu sein.
Welche gesellschaftliche Bedeutung das Saufen in Großbritannien hat, verdeutlichte zufällig dessselben Tages die Veröffentlichung einer Untersuchung der medizinischen Notdienste: Rettungswagen werden mehr als doppelt so oft zu "Alkoholleichen" gerufen, als noch in den 90er- Jahren. Ein besonders starker Anstieg nächtlichen Anrufe sei nach der Aufhebung der Sperrstunde im vergangenen Herbst in britischen Pubs zu verzeichnen gewesen.
Ex-Saufbruder Tony Booth, Schwiegervater des britischen Premierministers Tony Blair, trifft mit seiner Analyse ins Schwarze: "Wir sind kein mediterranes Volk, das glücklich dabei wäre, in einem Straßencafé ein oder zwei Gläser Rotwein zu konsumieren", klagte er. "Wir saufen auf archaische, furchterregende Art. Wir saufen, um blau zu werden."
Berühmte Ausnahme aus dem hannoveranischen Stall (das „House of Hanover“ wurde erst nach dem Ersten Weltkrieg in „House of Windsor“ umgetauft, weil die deutschen Wurzeln nicht opportun schienen) war die Königinmutter, die Mutter von Königin Elizabeth II., die bekanntlich täglich ihren für Gin-Tonic becherte und es damit immerhin auf 101 Jahre brachte.